...Wanderer der Nacht, hier könnt Ihr etwas über den Mond in astronomischer Sicht lesen...

Der Mond

Der Mond ist nach der Sonne das zweithellste Objekt am Himmel. Da der Mond einmal im Monat um die Erde kreist, verändert sich ständig der Winkel zwischen der Erde, dem Mond und der Sonne; man sieht das an den Zyklen der Mondphasen. Die Zeit zwischen zwei auf einander folgenden Neumondphasen beträgt 29,5 Tage (709 Stunden), etwas abweichend von der Umlaufperiode des Mondes, weil sich die Erde in dieser Zeit eine bedeutende Entfernung entlang ihrer eigenen Umlaufbahn bewegt.
Die wechselseitigen Anziehungskräfte zwischen Erde und Mond bewirken einige interessante Effekte. Die offensichtlichsten sind die Gezeiten. Die Anziehungskraft des Mondes ist auf der mondzugewandten Seite am stärksten und auf der gegenüberliegenden etwas schwächer. Da die Erde, insbesondere durch die Ozeane, nicht völlig starr ist, wird sie entlang der Linie zum Mond gestreckt. Aus unserer Sicht sehen wir zwei leichte Ausbuchtungen, eine in Richtung auf den Mond zeigend und eine genau gegenüber. Der Effekt wirkt sich auf Wasser wesentlich stärker aus als auf die feste Kruste, so daß die Wasserausbuchtungen höher sind. Und nachdem die Erde viel schneller um die eigene Achse rotiert als der Mond sie umkreist, wandern diese Ausbuchtungen um die Erde und treten durch zwei Fluten am Tag in Erscheinung (das ist natürlich eine stark vereinfachte Darstellung; die tatsächlichen Verhältnisse, vor allem in küstennahen Gegenden der Meere, sind um ein Vielfaches komplexer).
Aber die Erde ist ja auch nicht völlig flüssig. Die Erdrotation trägt die Ausbuchtungen der Erde geringfügig vor dem direkt auf den Mond zugerichteten Punkt voraus. Das bedeutet, dass die Kraft zwischen Erde und Mond nicht exakt entlang der Linie zwischen ihren beiden Mittelpunkten wirkt und dadurch ein Drehmoment auf der Erde hervorruft, das den Mond beschleunigt. Dies bewirkt wiederum eine Übertragung von Rotationsenergie von der Erde auf den Mond, der die Erde um circa anderthalb Millisekunden pro Jahrhundert abbremst und den Mond in einen jährlich um 3,8 cm höheren Orbit schleudert.
Die asymmetrische Natur dieser gravitativen Wechselwirkungen ist auch dafür verantwortlich, dass der Mond die Erde synchron umkreist, das heißt der Mond ist in seiner Stellung zur Erde gefangen und zeigt immer mit der selben Seite zu ihr. So, wie heutzutage die Erdrotation durch den Mondeinfluss verlangsamt wird, wurde auch vor Urzeiten die Mondrotation von der Erde gebremst, allerdings war in diesem Fall die Auswirkung wesentlich stärker. Als sich die Mondrotation soweit verlangsamt hatte, dass sie der Umlaufperiode entsprach, gab es kein weiteres exzentrisches Drehmoment und es stellte sich eine Stabilität ein.
Tatsächlich scheint der Mond wegen seiner nicht kreisförmigen Umlaufbahn etwas zu eiern, so dass von Zeit zu Zeit auch ein paar Grad der entfernten Seite zu sehen sind, aber der Großteil dieser abgewandten Seite war noch bis 1959 vollkommen unbekannt.
Der Mond besitzt keine Atmosphäre. Aber es gibt in manchen tiefen Kratern in Nähe des Südpols des Mondes, die ständig beschattet werden, Wassereis. Desgleichen gibt es Eis am Nordpol.
Die Kruste des Mondes ist im Schnitt 68 km dick und schwankt dabei von 0 km unter dem Mare Crisium bis 107 km nördlich des Kraters Korolev auf der erdabgewandten Seite. Unter der Kruste befindet sich ein Mantel und wahrscheinlich ein kleiner Kern. Im Gegensatz zum Erdmantel ist der des Mondes wahrscheinlich nur teilweise flüssig. Seltsamerweise ist der Schwerpunkt der Mondmasse zu seinem geometrischen Mittelpunkt um etwa 2 km zur Erde hin verschoben. Außerdem ist die Kruste auf der erdzugewandten Seite dünner.
Es gibt hauptsächlich zwei verschiedene Oberflächentypen auf dem Mond: die stark verkraterten und sehr alten Hochebenen und die relativ flachen und jüngeren Maria. Die Maria (die ungefähr 16% der Mondoberfläche einnehmen) sind riesige Einschlagskrater, die von flüssiger Lava überflutet wurden. Der Großteil der Oberfläche ist aber mit Regolith bedeckt, einem Gemisch aus feinem Staub und felsigem Geröll aus Meteoraufschlägen. Die Maria auf der erdzugewandten Seite konzentriert.
Die meisten Krater auf der erdzugewandten Seite wurden nach berühmten Figuren der Geschichte der Wissenschaft benannt wie Tycho, Kopernikus oder Ptolemäus. Erscheinungen auf der abgewandten Seite tragen modernere Referenzen wie Apollo, Gagarin oder Korolev. Zusätzlich zu den bekannten Erscheinungen auf der erdzugewandten Seite weist der Mond den riesigen Krater Südpol-Aitken auf, mit einem Durchmesser von 2250 km und einer Tiefe von 12 km der größte bekannte Einschlagskrater des Sonnensystems, sowie Orientale am westlichen Horizont, der ein herrliches Beispiel für einen Multiringkrater ist.
Die meisten Felsen auf dem Mond scheinen zwischen 4,6 und 3 Milliarden Jahre alt zu sein. Dieses Alter stimmt zufällig mit den ältesten irdischen Gesteinsproben überein, die selten älter als 3 Milliarden Jahre sind. So liefert uns der Mond Spuren der frühen Geschichte des Sonnensystems, die sonst auf der Erde nicht verfügbar wären.
Der Mond besitzt kein umfassendes Magnetfeld, aber ein Teil des Mondgesteins deutet ein verbliebenes Magnetfeld an, das anzeigt, dass es in der Frühgeschichte des Mondes vielleicht ein Magnetfeld gegeben haben könnte.
Ohne Atmosphäre oder Magnetfeld ist die Mondoberfläche direkt dem Sonnenwind ausgesetzt. In der über vier Milliarden Jahre langen Geschichte wurden Ionen aus dem Sonnenwind in den Regolith des Mondes eingebettet.


mittlere Entfernung von der Erde
384'401 km
60 Erdradien
1.28 Lichtsekunden
minimale Entfernung von der Erde

356.400 km

maximale Entfernung von der Erde

406.700 km

Durchmesser am Äquator

3.476 km

Rotationsdauer

27.3 Tage

synodische Umlaufszeit

29.5 Tage

Bahnneigung gegenüber der Ekliptik

5.15 Grad

Neigung der Roationsachse

1.5 Grad

Schwerebeschleunigung am Äquator

1.62 km / s

Masse
7.349 * 10 ²² kg

~1/82 Erdmassen
mittlere Dichte

3.34 g / cm ³

Temperatur auf der Sonnenseite

+ 130 °C

Temperatur auf der Schattenseite

- 170 bis -185 °C

Intensität des Vollmondlichts auf der Erde

0.25 Lux